Tag Archives: Ultrarunning

Khardung La Challenge – Laufen im Grenzbereich und darüber hinaus

Zu allererst; In solch extremer Höhe reagiert jeder Körper individuell. Die Erfahrung die ich bei diesem Lauf gemacht habe, bezüglich extremer Ausdauerbelastung unter Sauerstoffmangel, müssen und werden bei jedem Menschen anders sein.

Nach zwei Jahren ging es am 30.08. wieder Richtung Leh, Hauptstadt der Himalayaprovinz Ladakh im äußersten Norden Indiens, um den zweiten Versuch an der Khardung La Challenge zu wagen. 2015 musste ich nach 2 Stunden das Rennen wegen einer starken Magen-Darm Verstimmung abbrechen. Seitdem steht das Rennen auf meiner Unfinished-Business Liste ganz oben.

LADAKH-MARATHON-LOGO

Hier ein paar Eckpunkte zur Khardung La Challenge.

  • 72km Streckenlänge (60% Asphalt / 40% in den Fels gesprengte unfertige Straße)
  • Start in Khardung Village auf 4000m
  • Ziel in Leh auf 3500m
  • Höchster Punkt: Khardung La Top bei 5370m!
  • 40% der Strecke befinden sich auf über 4600m
  • Zeitlimit: 14 Std.

Profile

Oriental Guesthouse

Am 31.08. erreichte ich frühmorgens Leh. Den ersten Tag in dieser Höhe sollte man wohlweislich mit gezieltem Nichtstun verbringen. Nach 2 Stunden ist der Blutsauerstoff im menschlichen Körper aufgebraucht, und da nicht mehr so viel Sauerstoff eingeatmet wird, reagiert der Körper mit Kopfweh, Schwindel und Kurzatmigkeit. Ganz normale Reaktionen die sich bei den meisten Menschen nach einem Tag bessern. Oriental GuesthouseIm Oriental Guesthouse in Leh lässt sich das Nichtstun jedenfalls gut aushalten. Tolle Herberge mit leckerem indischen Dinner buffet.

Die folgenden Tage verbrachte ich mit Akklimatisierungsläufen bis hoch auf 4000m. Der langsame Dauerlauf ist für mich das langweiligste was es gibt. Hier in dieser Höhe wäre ich froh, wenn ich so schnell laufen könnte wie beim LDL. Aber egal wie langsam man läuft, das unfassbare Panorama mit den unzähligen 6000er Berggipfel um einen herum, machen jeden Lauf zu einem einmaligen Erlebnis.

Drei Tage vor dem Lauf bin ich auch mal mit dem Moped hoch zum Khardung La Pass.Royal Enfield on Khardung La TopImmer wieder ein Erlebnis und eine gute Erfahrung um einmal die Höhe von über 5000m kennenzulernen wo es nur noch 40% des Sauerstoffs als auf Meereshöhe hat. Falls ich die Challenge noch einmal machen sollte werde ich mich aber auf jeden Fall mehrere Stunden in dieser Höhe aufhalten und auch mal den ein oder anderen Km joggen/walken.

Freitags den 08.09. ging es dann morgens um 9:00 Uhr mit Bussen von Leh nach Khardung Village wo wir gegen 13:00 Uhr ankamen. Khardung Village ist eine sehr kleine menschliche Ansiedlung wo die Zeit stehengeblieben ist. Elektrischen Strom gibt es von 19:00-23:00 Uhr. Das Leben spielt sich ansonsten ab wie vor 100 Jahren. Wir Läufer wurden in kleinen Gruppen bei den Menschen dort privat untergebracht. Nachmittags gab es noch für uns eine Tanz- und Kulturveranstaltung der örtlichen Frauengemeinschaft. Die jährlich stattfindende Khardung La Challenge ist dort das größte Ereignis und Höhepunkt des Jahres im ansonsten sehr sehr kargen Leben dieser Menschen.

Es folgte der obligatorische Medizincheck, wobei Blutdruck und der SpO2 (Blutsauerstoffgehalt) gemessen wurden. Der SpO2-Wert nimmt in der Höhe ab. Auf Normalniveau hat ein Mensch zwischen 95-99% SpO2. In Leh und auch beim Medical-Check hatte ich einen Wert von 88%, völlig normal und in Ordnung. Je höher man kommt umso mehr nimmt dieser Wert ab und irgendwann wird es grenzwertig. Da ich einen eigenen Oximeter habe, konnte ich mich auch während des Laufs kontrollieren (mit Ergebnissen, die jeden Mediziner in nervöse Hektik verfallen lassen würden)

Start Khardung La Challenge 2017Nach dem Frühstück um 02:00 Uhr ging es dann endlich um 03:00 Uhr auf die “Rennstrecke”. Der Streckenverlauf gliedert sich folgendermaßen auf:

  • Start in Khardung Village auf 4000m
  • North Pullu (Armee Checkpoint) nach 19km auf 4600m
  • Khardung La Top nach 32km auf 5370m
  • South Pullu (Armee Checkpoint) nach 46km auf 4600m
  • Ziel in Leh nach 72km auf 3500m
  • Aid Station alle 5km

 

Anfangs „lief“ es ganz gut. Gut eingepackt gegen die Kälte (Start bei 2-3 grad, weiter oben klirrende Kälte im Minusbereich) ging es die ersten 19km nach North Pullu auf 4600m. 2017-09-09 05.49.19Ab dort machte sich dann die Höhe bei jedem bemerkbar und man sah eigentlich niemanden mehr laufen, sondern nur noch marschieren. Die einheimischen Läufer aus der Hochgebirgsprovinz, allesamt Mitglieder der Ladakhi Scouts, waren zu diesem Zeitpunkt natürlich schon längst über den Pass und Richtung Leh unterwegs. Die Jungs laufen die 72km in dieser Höhe in 6,5 Std.

Je höher es ging umso schwerer viel mir das Atmen und ich marschierte irgendwann den Berg hoch wie besoffen. Die Ambulance, die ständig auf- und abfuhr und die Läufer beobachtete und betreute fragte mich ständig ob alles in Ordnung wäre und ob ich mich wohl fühle. „Everything is fine, Sir. No problem, Sir. I’m feeling good.“ Gar nix war in Ordnung, aber der Rennarzt hätte mich direkt aus dem Rennen genommen, wenn der meine Vitalwerte gecheckt hätte. Medizinisch vielleicht korrekt, aber gegen meinen Dickschädel keine Chance. Kurz vor dem höchsten Punkt habe ich mit meinem Oximeter nochmal meinen SpO2-Wert gecheckt. 56% sind nicht mehr zum Lachen und mehr als kritisch, aber mit dem Wissen, das es nach Khardung La Top nur noch abwärts geht und der Sauerstoff in der Luft wieder zunimmt ging es mit wackeligen Beinen weiter.

Oben, nach 5h:20m gab es dann ein Erinnerungsfoto 2017-09-09 08.38.38und eine warme Knoblauchsuppe bevor es endlich abwärts Richtung Leh ging. Waren ja nur noch 39km bis ins Ziel. Wenn ich sagen würde „mit jedem Km fiel das Atmen leichter“ wäre das gelogen, aber irgendwann hörte das Kopfweh auf und auch das Schwindelgefühl war bald weg. Ich war quasi „über dem Berg“, geografisch sowie gesundheitlich. Geiles Gefühl, wieder mal meinen Willen durchgesetzt zu haben, auch wenn es diesmal echt grenzwertig war.

Auch wenn es jetzt wieder mehr Sauerstoff gab, war an Laufen nicht mehr zu denken. Den wenigen Sauerstoff nimmt sich der Körper für die lebenswichtigen Organe, und auch wenn wir Läufer das meinen, die Beine gehören definitiv nicht dazu.  Dafür funktionierte das Gehirn wieder hervorragend und die Rechnerei begann. Schaffe ich es innerhalb der Cut-Off-Time? Welchen Schnitt muss ich gehen um mir alle halbe Stunde eine kleine Verschnaufpause zu gönnen? Laufen im Grenzbereich fördert das Kopfrechnen.

In South Pullu auf 4650m, nach 46km, wartete dann mein Drop-Bag auf mich. Mittlerweile war ich 7h:45m im Rennen und es war sehr heiß. Also schnell in die kurzen Shorts gewechselt und die Wollmütze gegen den Visor getauscht und mit Sonnenschutzfaktor 60 auf der Haut ging es dann endlich wieder auf geteerter Straße weiter.

Die letzten 26km ging es stupide mit einer 9:30er pace dem Ziel entgegen. Auf den letzten 5km ging es noch durch eine Ehrenrunde durch Leh, bevor der Wahnsinn dann am Ende der Fußgängerzone im Zentrum von Leh nach 72km in  ungefähr 12h:50m mit einem kleinen 50m Fotosprint endete.

So viele Gratulanten im Ziel. So viele indische Läufer die sich noch an mein DNF von vor zwei Jahren erinnerten, oder mich Stunden vorher stark schwankend oben auf dem Pass sahen, freuten sich mit mir, Khardungla endlich bezwungen zu haben.2017-09-09 16.38.07

Noch nie war ich so sehr erschöpft und am Ende als nach diesem Lauf. Bei anderen, teils auch längeren und technisch viel anspruchsvolleren Läufen habe ich eher mit versehrten Körperteilen zu tun. Hier in Leh hatte ich noch Stunden später einen Puls von knapp unter 100 (Mein Ruhepuls ist z.Z. 45).

2017-09-10 05.38.58

Fazit:

Alle Läufe, die mich so extrem begeistern, empfehle ich gerne weiter. Dies werde ich hier nicht tun. Der Lauf ist eine Extremerfahrung die sehr an die Grenzen, und vielleicht auch darüber hinaus, geht. Jeder Mensch kommt mit der extremen Höhe anders zurecht. Manch einer konnte ohne Probleme durchmarschieren, andere saßen kurz vorm Pass am Wegesrand und warteten völlig erschöpft auf die Ambulanz. Ob sich jemand an solch einem Extremlauf versucht, und inwieweit er dann an die Grenzen oder darüber geht, muss jeder für sich entscheiden.

Was ich aber empfehlen kann, ist die Stadt Leh und die Region Ladakh. Und es gibt ja auch noch den Ladakh Marathon der sich „nur“ rund um Leh auf 3500m abspielt. Und wer weiß; Bei einer touristischen Fahrt hoch zum Khardung-La Pass denkt ja der ein oder andere Läufer an diesen Text, schnappt nach nicht vorhandener Luft, greift sich an den Kopf, denkt sich „was für ein Wahnsinn“ und meldet sich an zur nächsten Khardung La Challenge.

Jullay

 

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf ist vor dem Lauf

Der GGUT am Großglockner ist Geschichte. Der Lauf reiht sich dann bei mir, wie viele andere auch, in die “unfinished business”-Liste ein. Dann muss ich halt nächstes Jahr nochmal hin. Kaprun ist ja schön und der Lauf ist es auch echt wert nochmals zu starten.

Warum bin ich schon nach 38km raus? Es lief Anfangs alles gut, auch wenn die Startzeit um 23:00 Uhr eher suboptimal ist. Da man schon die ersten 3000Hm im ersten Drittel des Rennens macht, hätte ich lieber gut ausgeschlafen früh morgens am Start gestanden. Aber so ist das halt; Euer Rennen, eure Regeln.
Also ging es nachts über den ersten Hügel 22km nach Ferleiten wo an der Mautstation zur Großglockner Hochalpenstraße der erste VP wartete. Nach 3h:20m und 1000Hm kam ich dort als 125er an. Wie so oft, Ende des vorderen Drittels. Passt, also weiter!
Weiter ging es die nächsten 4km sehr gemächlich steigend. Bei km26 zog es dann an und bei km30 begrüßte uns ein Schild mit den Worten “Nur noch 80km”. Danke für diese Motivation. 🙂
Die folgenden KM “lief” ich dann in einem 30min Schnitt!!! Die letzten 250Hm bei frischen 2°C über ein Schneefeld mit 40% Steigung. Das war dann auch für mich mal eine neue Erfahrung.

Oben auf dem Pass angekommen waren dann aufsummierte 3000Hm auf der Uhr, und 0 Energie im Körper.

Aber nur noch 3km und dann kam ja schon das Glocknerhaus mit dem nächsten VP.
Vorher fing es dann auch noch dort oben zu gewittern an. Blitze die seitlich von einem entstehen und nach unten in die Täler schiessen war auch wieder was neues für mich. Also noch nen Zahn zugelegt und so schnell wie möglich die 600Hm runter zum Glocknerhaus. Wusste gar nicht, dass ich so schnell sein kein. 🙂
Die Organisatoren hatten mittlerweile das Rennen wegen dem Gewitter unterbrochen und in der Gaststätte des Glocknerhauses konnten wir uns alle aufwärmen und das Gewitter abwarten.
Als dann nach ca. einer Stunde das Rennen weiter ging entschied ich mich aber auszusteigen. Die Die Energiespeicher waren zwar wieder etwas gefüllt aber Kälte, Nässe und die Aussicht auf weitere Gewitter hatten dem Kopf zu stark zugesetzt das der nicht mehr wollte. Also DNF, wieder mal. Muss man ja erstmal lernen, damit klar zu kommen. Aber da hatte ich ja schon genug Lektionen und ich kann mittlerweile gut damit umgehen.

Das beste was ich aus diesem Lauf mitgenommen habe ist, das mein neues Setup für die Füße zu funktionieren scheint. Ich bin erstmals mit den neuen La Sportiva Akyra gelaufen.Vorher hatte ich, auch zum ersten Mal, die Füße komplett mit dem Anti-charfing-Gel von 2Skin eingerieben. Ergebnis: Null Blasen, keine blauen, schwarzen Fussnägel, Nada, Nothing, Niente. Und mein akutes Problem im rechten Fuß mit dem Taubheitsgefühl im rechten Zeh (Morton Neurom?) ist in den La Sportivas einfach nicht vorhanden. Sehr gut. Lebbe geht weiter.

Und weil Kopf in den Sand stecken so gar nicht meins ist, hab ich mich gestern morgen zurück im Hotel direkt für den Swissalpine K78 nächste Woche in Davos angemeldet. 78km durch die Graubündener Berge mit einem Zeitlimit von 13 Std. Ist diesmal auch nicht ganz so steil und meistenteils auf Wald und Forstwegen. Sollte ich hinbekommen.

Der Swissalpine wird dann auch ein schönes Training für einen wunden Punkt auf meiner Laufliste. Am 09.09. ist wieder Khardung-La Challenge und ich werde nach 2015 wieder am Start stehen um diesen Lauf von meiner Unfinished-Business-Liste zu streichen. Den 72km langen Lauf im indischen Teil Kashmirs im Himalaya musste ich 2015 nach 16km aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Dieses Jahr wird es einfach nochmal probiert.
Ich werde sicherlich aus Graubünden und aus Kashmir berichten
Stay tuned

A day after a 661km Month

image

Now, 1st of April, I want to have a small look back into one of the hardest months related to endurance sports, maybe the hardest, in my life.

In February, I registered for a very strange and crazy Challenge which was created by Michael Frenz, the Meldeläufer. The target was to run 661km within March. The only rule and goal was to manage this distance by yourself on your own feet. No awards, no medals, no certificates, UTMB points or any other useless bullshit was waiting for successful finishers. No competition, who would be the fastest, climb the most altitude or run the most km. Nothing, Nada, Niente. It was just a Challenge against my laziness, my doubts, my fears; finally, a fight against my weaker self.

Running 661km/month means running 22km a day in average! So, it was very clear that my daily routine would be work, run and sleep and I would not have much time for family and friends. Beside this, I must travel frequently in my new job as a machine fitter around Europe which made it even harder to find enough time to run.

I started the Challenge 1st of March in Austria along Danube river. 4th of March I joined a 50k race in Marburg/Germany. The rare days when I was in Germany I ran the 10km to my workplace in every weather at 5AM most times in my Luna Sandals. Middle of March I had a job to do for a week at the Lake Como in Italy. So I ran there even that were more vertical runs than horizontal. Quite nice mountains there. I really enjoyed it. A week later I was running again at my home and daily to work. Finally, last week I had to work in South England so I made my last Kilometers for this Challenge along the Channel at the beach.

Beginning of March I was extremely enthusiastic and enjoyed every run, but the further the month progressed it was harder and harder to motivate myself. Abroad at work I have an extremely physically demanding job to do, most times 11-12 hours daily. Going back to the hotel after work, change into sports clothes and go out for a 2-3 hour run was definitely not my Intention.

So, at least for me, the real Challenge was not the athletic part to run the 661km. It was the permanent struggle to find enough time windows and to continue even under adverse conditions. It has been so easy to say “I’m out. Over and out!”, but I like testing, challenging and increasing my willpower. Therefore, I continued to the end.

Was there any training effect?: My pace got slower week by week. I was, and still I am, not able to do any more tempo runs. I got all typical syndromes of overtraining. But this I can handle and I am quite confident that I can running in the woods for some hours within a week. As a mental training and an increasing trust in my willpower this Challenge was a full success. In 4 weeks I will run the ‘Hexenstieg Ultra’ with 217km and in 10 weeks I have to run the ‘Wibolt Ext.’ with 555km!, and I’m very sure that the 661km Challenge last month will help me to handle this extreme Ultra runs.

Will I repeat the Challenge?: No way! 🙂 Well, it’s difficult to say. Now I know that I’m able to finish this Challenge, that I’m able to run at 5AM in 3°C heavy rain 10km during the forest, that I’m able to run up 800m high mountains after a hard 12 hour working day and that I’m able to run 25km even with blisters, painful ankles and sore muscles all over the body. But I had to pay for this Challenge with something more valuable than money. My rare free time!!! Therefore I’m not sure right now If I will repeat it. For sure the rest of this year I will enjoy the freedom to run where and when I want.

At the end, I like to mention the great camaraderie within the 661km Challenger group. Most runners were members of a closed group in Facebook. The posts and likes from each runner helped everybody to continue. When I lost motivation, I got it back there and when I reached a milestone, I got my cheers there. Big thanks for this! You are all great Ultra-runners.

2017-03-30 19.12.47-1

 

Review – WiBoLT 2016 – 320km

Ich habe den Rheinsteig bezwungen

NONSTOP!

Heute, Tag 1 nach WiBoLT, folgt denn nun mein Bericht zu diesem Wahnsinn. Ich hoffe, ich finde überhaupt die passenden Worte so kurz nach Zieleinlauf.

Vor einem Jahr hab ich mich für den 2016er WiBoLT angemeldet. Ich hatte da gerade einen 100k Ultra (meinen allerersten 🙂 ) hinter mir, und dachte ich kann jetzt laufen wie Forest Gump. Naja, hoch geflogen, tief gefallen. Die nächsten 100er waren nicht immer erfolgreich. Öfters kam ein DNF und auch nicht immer wegen Verletzungen sondern auch weil es mental nicht funktionierte. Dazu kam noch ein sehr geringer Trainingsumfang in den ersten 4 Monaten diesen Jahres wegen chronischer Faulheit. Nicht alles die besten Voraussetzungen um den längsten Nonstoplauf Deutschlands zu bestreiten. ABER: Dieses Rennen geht über den kompletten Rheinsteig, quasi ein Lauf einmal quer durch die Heimat, und das ist sehr sehr motivierend. Mental voll auf der Höhe war es also nie eine Frage ob, sondern nur wann ich in Bonn ins Ziel einlaufe.

screenshot_03Zwei Wochen vorher fingen die Planungen an. Ein Roadbook musste geschrieben und Equipment für diese lange Strecke zusammengestellt werden. Das Streckenprofil hab ich so sehr studiert und mir auf den verschiedenen Profilen angeschaut, dass ich eines Morgens in China mit dem Gedanken aufwachte, ob ich in der DJH Bad Honnef noch ne kurze Rast einlegen sollte bevor es auf den nächsten Siebengebirgsgipfel geht (Ich habe übrigens keine Rast gemacht und bin noch 10km weiter 🙂 )

Da die einzelnen Etappen zwischen den CPs teils sehr lang sind, habe ich mir kleinere Zwischenziele ins Roadbook geschrieben. Es läuft sich halt leichter 10km zum nächsten virtuellen Ziel (auch wenn dort nix ist), als 30km zum nächsten CP.

2016-05-23 06.25.06 KopieNach tagelangem Packen, umpacken, alles über den Haufen schmeissen und nochmal von vorne überdenken, ging es dann Mittwoch Nachmittags nach Wiesbaden Biebrich zum Schloss. Dort ist gegenüber am Rheinufer Kilometer 0 des Rheinsteigs (oder km320 wenn man von Norden kommt 🙂 ) Das Starterfeld war mit 54 Startern sehr überschaubar. Klein aber fein eben. Es ist wohl auch schwer, mehr Starter für so ein verrücktes Rennen zu finden.

2016-05-25 16.01.28
Schloss Biebrich

2016-05-25 17.02.40

rheinsteig_01

Punkt 18 Uhr ging es recht unspektakulär los und für die nächsten 3 Tage war einzig und allein das markante blau-weisse Rheinsteig-Logo unser Wegweiser. Nach 5km flacher Strecke in Wiesbaden ging es dann in den Rheingau und über Frauenstein, Georgenborn zum ersten CP in Schlangenbad. Ein kurzer Schluck Wasser und weiter ging es durch den Rheingau. Kurz nach Kiedrich nach ca. 32km musste dann die Stirnlampe helfen den Weg zu finden. Gegen 01:30 kam ich dann am bei CP2 am Niederwalddenkmal an. Den Rheingau muss ich nochmal am Tag ablaufen. Bis zum Niederwalddenkmal läuft man an Plätzen wie dem Kloster Eberbach, der Abtei St. Hildegard und dem Schloss Vollrads vorbei. Der Blick über Rüdesheim in Richtung Bingen ist bestimmt auch schön wenn man dort bei Tageslicht vorbei läuft und nicht, wie wir, im Dunkeln Richtung Bonn stolpert. Insgesamt bestimmt eine schöne Tagestour.

2016-05-26 07.36.20
Morgenstimmung zwischen Lorch und Kaub

Eine Stunde vor Lorch traf ich auf Peter, einen Läufer aus Holland, mit dem ich dann bis kurz vor Kaub zusammen durch den Morgennebel lief. In Kaub beginnt die Königsetappe auf dem Rheinsteig die sich bis St. Goarshausen zieht. Knackige Höhenmeter und ein spektakulärer Ausblick nach dem anderen machen dieses Stück Rheinsteig aus. Auf dem Weg zur Dörscheider Höhe, einem der höchsten Punkte des Rheinsteigs, verzog sich dann auch endlich der Nebel und ich konnte den schönsten Abschnitt des Rheinsteigs  bei Kaiserwetter erleben.

Auf der Loreley bei Km105 hatte ich dann Zugriff auf meinen Dropbag und eine warme Dusche!!! Ich konnte auch falsche Entscheidungen revidieren. Normal laufe ich mit Tank-tops. Aber hier auf dieser langen Distanz hat der Laufrucksack angefangen die Haut unter den Achseln aufzuscheuern. Zusammen mit dem salzigen Schweiss war das sehr schmerzhaft. Also Kurzarm-shirts angezogen und alles ist gut. Ich habe auch auf der Loreley meine Salomon Speedcross gegen meine Saucony Strassenschuhe getauscht. War auch eine sehr gute Entscheidung. Ich kam mit den Sauconys perfekt über den restlichen Rheinsteig. Die späteren Blasen wären mit den Salomon noch viel schlimmer gewesen.

2016-05-26 13.21.12
Burg Katz

Die 19km von der Loreley bis zum nächsten CP in Oberkestert war eine recht kurzweilige Tour durch meine alte Heimat und gegen 16:00 Uhr erreichten wir Uschis Wanderstation in Oberkestert. Dort, bei km124, wartete kaltes Weissbier auf die durstigen Läufer (natürlich nur das gute alkoholfreie) und nach einer Gulaschsuppe ging es für 2 Stunden Schlaf in eines der Gästezimmer die für die Läufer reserviert waren.

Um 19:30 ging es dann weiter auf die nächste Etappe nach Kamp-Bornhofen, vorbei an Burg Liebenstein und Burg Sterrenberg, den feindlichen Brüdern. Dort, am CP6 nach 136km, wurde ich, wie an jedem anderen CP auch, superfreundlich empfangen und nach einem Weissbier, Salami, Käse, Gummibärchen und Schokolade ging es direkt weiter in den aufkommenden Regen in Richtung Braubach.

24km bis Braubach in stärker werdendem Regen auf dem Rheinsteig bei Nacht ist nicht mehr wirklich witzig wenn man schon 26 Stunden unterwegs ist und 136km in den Knochen hat. Aber trotzig im Wald an einer Futterkrippe stehen zu bleiben ist ja auch keine Lösung. Also setzt man einen Schritt vor dem anderen und kämpft gegen die Dämonen im Kopf. Bei solche Etappen steigen die meisten Leute aus den Rennen aus. Körperlich die Distanz zu bewältigen ist das eine. Weitaus schwerer ist es den inneren Schweinehund zu besiegen, der bei so widrigen Umständen natürlich ganz laut bellt. Eine Nacht später, in Feldkirchen, war es bei mir auch fast soweit, aber dazu später.

Gegen 2:45 kam ich dann bei strömenden Regen in Braubach und wähnte mich bereits im trockenen CP; Aber Nein, die Rheinsteigmacher müssen einen ja nochmal den scheiss Berg hoch auf die Marksburg jagen. Völlig am Ende kam ich dann beim CP7 gegen 3:10 im Braubacher Rathaus an. Dort herrschte eine Atmosphäre wie in einem Flüchtlingscamp. Überall wo Platz war kauerten und lagen Läufer, eingehüllt in Aluminium-Rettungsfolien. Nach einer heissen Nudelsuppe fand ich auch noch einen Platz und schlief glücklich auf der Fussabtretermatte des Rathausbüros ein. 🙂

2016-05-27 06.08.20
Die Marksburg um 6 Uhr morgens

Um 5.30 war dann die Nacht in dieser Wellness-Oase vorbei und um 6:08 sah ich bereits die Marksburg in der Ferne auf Augenhöhe. Nicht mehr lange und ich erreichte Friedland an der Lahn, und nachdem ich über der Brücke war hatte ich den Taunus hinter mir gelassen.

Nun gut, dann eben jetzt der Westerwald. Egal, die Rheinsteigschilder sind immer noch Blau-Weiss.

2016-05-27 07.57.18
Ruppertsklamm

Nach dem Durchsteigen der Ruppertsklamm erreichte ich CP8 oben in der Klamm gegen 8:30. Meine Hochachtung an die Helfer dort oben in der Klamm, die ohne Strom und ordentlichem Handyempfang dort über einen Tag ausharren und sich um die Läufer kümmern die dort vereinzelt alle paar Stunden ankamen.

Der Regen hatte mittlerweile aufgehört und im Koblenzer Wald schien schon wieder die Sonne. Vorbei an KO-Horchheim ging es runter nach KO-Pfaffendorf und plötzlich stand ich dann am Koblenzer Rheinufer. Big Milestone, very big! 🙂

Gemütlich ging es am Rheinufer entlang, aber Gemütlichkeit und Trailrunning ist wie Materie-Antimaterie. Sowas funktioniert nicht. Aber es kam auch schon die Festung Ehrenbreitstein näher und ich war wieder dabei, hoch zur Festung routiniert die Höhenmeter zu zählen und die Gemütlichkeit war nur noch blasse Erinnerung.

Die folgenden 12 Stunden waren nicht wirklich ein Highlight. Man muss das Neuwieder Becken umgehen. Das heisst bergauf bergab und weit weg vom Rhein irgendwo im Landesinneren läuft man sich die Hacken wund und kommt nicht wirklich von der Stelle. Immer wenn man mal einen Aussichtspunkt erreicht, sieht man in der Ferne den Atommeiler von Mülheim-Kärlich und die Neuwieder Rheinbrücke. Da waren mir die alten Burggemäuer einen Tag vorher lieber. Aber Trailrunning ist kein Wunschkonzert, also nicht jammern sondern weiter!

Nach CP9 in Vallendar und CP10 in Rengsdorf erreichte ich um 0:30 nachts CP11 in Feldkirchen wo wieder der Dropbag und eine heisse Dusche auf uns wartete. Der TV Feldkirchen bot uns Quartier in seinem Vereinsheim und eine wundervolle 3 Std Nacht im Schlafsack auf einer Turnmatte beendete diesen 19 Stunden Marsch.

4:30 Aufstehen, Bad, Kaffee, Nudeln mit Hackfleisch und noch paar Gummibärchen und währenddessen die Füsse in neue Socken stecken.  2016-05-28 01.09.32Ein paar Stunden zuvor, als ich in Feldkirchen ankam, war ich fest überzeugt das mein Rennen vorbei wäre. Die Blasen am 2. Zeh bekam ich bereits am ersten Tag in den Salomons und entwickelten sich im Laufe des zweiten Tages zu 2 schönen Prachtexemplaren. Solange ich unterwegs war hab ich nix davon gemerkt, aber im Nachtlager nachdem die Socken weg waren, kam der Schmerz und das dumpfe Pochen. Direkt meldeten sich die Dämonen und meinten mich zu überzeugen das Rennen aufzugeben. So zwei schmerzhafte Blasen sind doch nun auch wirklich ein Grund aufzuhören. Und überhaupt, 235km ist doch auch eine Leistung, das reicht doch. Was ein scheiss Blödsinn!!! Irgendwie habe ich es morgens geschafft neue Socken anzuziehen (5-Finger-Socken sind nicht so einfach anzuziehen bei solchen Blasen), und gegen 6:20 Uhr stand ich wackelig auf der Feldkircher Strasse und suchte mein nächstes Blau-Weisses Rheinsteigschild und zeigte den Dämonen der Nacht den Stinkefinger!

Kurzes Überschlagen der Zeit und der Distanz. Es ist Samstag morgens 6:20 bei Km235. Es sind “nur” noch 90km bis ins Ziel. Das sollte doch in unter 24 Std zu schaffen sein. Also ENDSPURT!!!

Das Neuwieder Becken lag hinter mir und der Rhein kam wieder näher. Es ging durch Leutesdorf und Hammerstein nach Rheinbrohl/Arienheller zum CP12. Nach einem Weissbierfrühstück ging es nach Linz am Rhein, mit 15km mal eine kurze Etappe. Nun folgte eine brutale Ochsentour mit 30km bis nach Rhöndorf. Ich passierte die Erpeler Ley, Unkel und kurz vor Bad Honnef verliess ich Rheinland Pfalz und weiter ging es in Nordrhein-Westfalen in Richtung Siebengebirge. Das Auge Gottes war der erste Berg der uns so kurz vor Schluss nochmal quälte, es folgten der Himmerich, Löwenburg, Ölender und der grosse Breiberg. Frisch ausgeruht machen diese Berge sicherlich viel Spass aber mit bereits 10000Hm in den Knochen war das nicht mehr ganz so lustig das Siebengebirge zu queren. Ich erreichte kurz vor 22:00 Uhr den letzten Checkpoint. CP10 am Rhöndorfer Waldfriedhof. Dort gab es dann erstmal Pizza! Am Friedhof um 22:00 Uhr! Genial! 🙂 Ich traf dort auch wieder auf Frank, einen Läufer aus Würzburg den ich den ganzen Tag hindurch immer an den CPs oder auch mal auf der Strecke getroffen habe. Eigentlich auch ein Einzelgänger wie ich, entschieden wir die letzte Etappe bis ins Ziel zusammen durch die Nacht zu laufen. Es fiel immer schwerer sich zu konzentrieren und die Rheinsteigschilder zu finden und zu deuten. Man sieht Sachen die gar nicht existieren und übersieht Sachen die ganz real sind (Rheinsteigschilder zum Beispiel 🙂 ). Entschlossen , wie Frodo und Sam auf dem Weg nach Mordor, machten wir uns um 22:30 Uhr auf den Weg um den Ring zum Schicksalsberg zu bringen um die letzten 25km nach Bonn zu bewältigen. Drachenfels und Petersberg waren nochmal knackige Anstiege aber damit war dann auch das Siebengebirge gemeistert.

Kurz nach dem Petersberg kam und gegen 02:30 eine Stirnlampe entgegen. Die Stirnlampe stellte sich dann als Oliver vor. Oliver markierte die Strecke des RHEX (Rheinsteig Extremlauf) der am folgenden Morgen 35km durchs Siebengebirge ging. Hmmm, Rheinsteig-“Extrem”lauf über 35km? Und was mach ich hier gerade? Egal, not my business. Kurz noch über den Deutschlandlauf im kommenden Jahr gesprochen,  und weiter ging es die letzten 12km Richtung Bonn.

2016-05-29 04.28.47-1
Kennedybrücke

In Oberkassel ging es noch mal hügelig durch den Wald und plötzlich sahen wir die Lichter der Stadt. Häuser, Autos, Ampeln, das Telekomgebäude. Alles sehr seltsam. Man wird zum Waldschrat auf dem Rheinsteig.

4km am rechten Rheinufer entlang können sehr lang sein so kurz vor dem Ziel, aber wir erreichten auch irgendwann die Kennedybrücke und um 04:45 nach 82:45 Stunden erreichten wir den Bonner Marktplatz, des Ende des Rheinsteigs. Es folgte der Zieleinlauf gegenüber auf dem Remigiusplatz, leider ohne die 20 tanzenden GoGo-girls die wir uns wahrlich verdient hätten. 🙂

Mit der Überreichung der Finisherweste und Medaille durch Race Director Michael Eßer war der WiBoLT 2016 in trockenen Tüchern.

2016-05-29 06.14.45

Was bleibt: Unendliche Dankbarkeit an das WiBoLT-Team rund um RD Michael Eßer und die vielen freiwilligen Helfer an den CPs, die diesen Wahnsinn auch zu einem kulinarischen Erlebnis machten (habe 20000kcal verbraucht und trotzdem 1kg zugenommen 🙂 ). Grossen Dank auch an alle Freunde und Bekannte die mich mit ihren “Likes” und “Comments” auf meine FB posts während des Laufs immer weiter vorwärts trieben. Vielen Dank auch an die anderen Läufer für die netten Gespräche zwischendurch, ganz besonders an Frank Beutel, mit dem ich die Schicksalsgemeinschaft auf den letzten 25km bildete.

Und ich glaube, ein klein wenig Stolz bin ich auch noch. 🙂 🙂 🙂

Rheinsteig Ultrarunning – Ligawechsel / League Changes (Bilingual)

So weit die Füße tragen

Long-distance run on a different level.

rheinsteig_01Das Thema was ich heute anreiße und was mich die nächsten 365 Tage begleiten wird, werde ich zweisprachig in Deutsch und Englisch schreiben. Vielleicht gewöhne ich mich ja auch dran und mache das bei jedem Artikel.

The topic which I start today and which will be a big deal for the next 365 days will be written in English and German, because it is about a race close to my former home village and it might be interesting for some people there. And German language might be easier for one or the other.

Vor ca. einem Jahr kam mir nach einem Fernsehbericht der Rheinsteig in den Sinn. Ein Wanderweg der sich rechtsrheinisch durch das Mittelrheintal zieht und in seiner Gesamtheit von Wiesbaden bis nach Bonn 320km misst und in 14 Tagen zu durchwandern ist. Ich hatte die Idee, ein Teilstück davon, was nur ein paar Km von meinem Heimatdorf entfernt ist, zu laufen sobald ich das nächste Mal in Deutschland bin. Bücher, Karten und Höhenprofile wurden besorgt und studiert. Das Teilstück von Kestert bis Geisenheim über 72km hatte ich mir vorgenommen. Oft hatte ich mich auch schon gefragt warum es auf diesem Wanderweg durch das Weltkulturerbe keinen Ultra-Lauf gibt. Bietet sich doch geradezu an. Markierungen sind vorhanden und die Wege immer in Schuss.

Around one year ago I saw a documentary about the “Rheinsteig“, a hiking trail in Germany on the right side of the river Rhine. This trail goes all the way from Wiesbaden (capital of Hessian province) to Bonn (former German capital) and has a total length of 320km. Hikers can do the whole trail in a 14 days hike. My home village in Germany is just a few km away from this trail. I already bought some books, maps and height profiles and planned to run some smaller parts of this trail during my summer holiday. I also asked myself several times why there is no ultra trail run on parts of the Rheinsteig. The trail is well marked and in good conditions because it is a big tourist attraction. So it is perfect for a run.

Rheinsteig

Letztes Wochenende bei der Frühstückslektüre der lokalen Tageszeitung (Digitalabo macht’s möglich) fiel ich dann aus allen Wolken als ich einen Bericht über den anstehenden Rheinsteig Ultralauf fand. 2015 findet er bereits zum dritten Mal statt. Aber wenn man nur in Asien durch die Gegend läuft kann einem ja so etwas auch mal entgehen.

Last weekend I read my local newspaper and was very surprised when I saw an article about the upcoming ultra trail run at the Rheinsteig. It’s already the third Edition which will start this week. Because my focus is on races in Asia, I had this ultra trail in my home region not on the radar.markierung-pfosten

Kurze Google-Recherche, geschluckt bei den technischen Details zu dem Lauf, überlegt, nochmals überlegt und die Bewerbung für den Lauf 2016 geschrieben, war eine Sache von fünf Minuten. 🙂

After a short Google search, a deep breath after I saw the technical details from the race, a deeper breath and a minute of consideration I wrote my application for the run in 2016.

Da der Lauf ein reiner Einladungslauf ist, bewirbt man sich zuerst um einen der limitierten Startplätze. Als Qualifikation muss min. ein 100km Lauf erfolgreich absolviert worden sein.

The race is a invitational race and runners has to apply for one of the limited start numbers. The requirement is min. one successful finished 100km race. Burg Gutenfels

Seit Samstag habe ich nun die positive Bestätigung des Lauforganisators und werde von 25.-29. Mai 2016 am WiBoLT teilnehmen. Der WiBoLT (Wiesbaden-Bonn-Lauf-Trail) startet am Biebricher Schloss in Wiesbaden und endet auf dem Marktplatz in Bonn. Es ist einer der längsten Langstreckenläufe Europas. Die Distanz beträgt (wahrscheinlich sehr schmerzhafte) 320km auf denen 11700 Höhenmeter zu bewältigen sind. Damit es unterwegs nicht zu langweilig wird, ist das ganze noch mit einem Zeitlimit von 90 Std. versehen. 

Since Saturday afternoon I got the confirmation from the race director that I can start at the WiBoLT race from May 25th-29th 2016. The WiBoLT (Wiesbaden-Bonn-Longdistance-Trail) is one of the longest ultra runs in Europe. The distance is 320km with a total ascent of 11700m and a cut-off time  of 90 hours. 

Es sind jetzt noch 360 Tage bis zum Start von dieser neuen Herausforderung.  Die kommenden 100km-Läufe in Österreich, im Himalaya und in China darf ich dann “Trainingsläufe” nennen. Total verrückt. 🙂 Ligawechsel, quasi. Champions Leaque im Ultrarunning. 🙂

There are now 360 days to the start of this new challenge and my next 100km races in Austria, in the Himalayas and in Yunnan/China will be “just training runs”. How crazy is this? The champions league of ultra-running is waiting. 🙂

Warum das Ganze, wird man oft gefragt? Einen Marathon beendet man erfolgreich mit einem fitten Körper. Langstreckenläufe die darüber hinausgehen, beendet man mit dem Kopf. Nach 100km sind die Beine nur noch Matsch, ab dann entscheidet die mentale Fitness über den weiteren Fortgang. Das ist dass spannende daran. Die Grenzen ausloten und neu verschieben. Das Ganze dazu noch bei einem Lauf durch meine schöne Heimatregion. Genau deshalb macht man das.

Why??? That’s a question I heard many times when I talk about ultra distance runs. Well, to finish a marathon run you need a fit body which can be shaped with hard training and some self discipline. An ultra run will be finished with the mind. That is the interesting part. No matter if the race is 100k or 300k, the body fitness can be the same, but the mental fitness will make the decision to finish the race or not. Go out and find the limit. Don’t jump over the limit, that’s dangerous and stupid. Just take the limit and move it to a different level. That’s the answer for “Why?”

Und darüber wird es in den nächsten 12 Monaten bestimmt viel zu schreiben geben.

That will be the main topic here in the blog during the next 12 month.